Team Elite
, Sven Mezulat

Endlich wieder Schweizer Meisterschaften

Vor ziemlich genau einem Jahr fand in Neuchâtel die letzte nationale Meisterschaft im Schwimmen statt. Danach stellte bekanntlich ein Virus aus Asien nicht nur die Schwimmwelt auf den Kopf. Nun werden von Freitag bis Sonntag die Kurzbahn Schweizer Meisterschaften in Sion durchgeführt. Aus diesem Grund ist die Vorfreude beim Schwimmclub Schaffhausen riesengross.

Am Freitag beginnt in Sion die Kurzbahn Schweizer Meisterschaft im Hallenbad Olympique couverte de l’Ancien Stand. Der Schwimmclub Schaffhausen (SCSH) ist mit fünf Athletinnen und vier Athleten am Start. Dabei darf zurecht auch mit einigen Medaillen gerechnet werden. Die Vorbereitung fand dieses Jahr nicht auf Mallorca statt, sondern im Campus Sursee. Dort gab es nahezu optimale Bedingungen, da sich Hotel, Kantine und Schwimmbad auf einem Areal befinden. In einem knallharten, zweiwöchigen Trainingslager im Oktober wurden die Grundlagen für neue Bestzeiten geschaffen.
Julia Mattoscio ist noch immer die amtierende Meisterin über 800m auf der Langbahn. Selbstverständlich wird von ihr auch in Sion einiges erwartet. Durch ihre Meldezeiten ist sie automatisch für die Endläufe über 800 und 400 Meter Freistil qualifiziert, weil auf diesen Strecken keine Vorläufe ausgetragen werden. Letztes Jahr schloss sie beide Rennen auf dem undankbaren vierten Platz ab, dass möchte sie nach eigener Aussage diese Mal unbedingt besser machen. Ebenfalls rechnet Sibylle Gränicher mit Podestplätzen über 100 und 200m Brust, sowie den 200m Lagen, in dieser Disziplin werden alle vier Stile (Kraul, Brust, Delphin und Rücken) während eines Rennens absolviert. Sie muss sich jedoch durch die Vorläufe kämpfen, was immer mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Weiter sind noch Helena Bartheld (17 Jahre), Aileen Lau (16j) und Ella Nodari (14j) am Start. Für diese drei geht es vor allem um persönliche Bestzeiten, da sie noch etwas zu jung sind, um bei den «Grossen» mitzuhalten, wobei es durchaus möglich ist, dass sie doch einmal den Sprung in ein B-Finale schaffen. Sie sind aber definitiv ein Versprechen für die Zukunft.
Bei den Herren sieht es nicht ganz so vielversprechend aus. Die Mannschaft ist eben noch sehr jung. Der älteste Teilnehmer ist Jodokus Mezulat mit 19 Jahren. Über die langen Distanzen (400m und 1500m Freistil) ist er durch die Meldezeit im B-Finale. Dieses könnte ihm auch über 200m gelingen, dann muss er aber zumindest seine Bestzeit abrufen. Kai Fuchs ist auch im B-Finale über die 1500m, somit wird es dort einen heissen Zweikampf um die Vereinskrone geben, wobei der Jüngere im Moment die Nase vorn hat. Reto Maier strebt das B-Finale über 200m Freistil an, mit einem Exploit könnte das auch auf den 200m Lagen gelingen. Sein Zwillingsbruder Max will sich in das 200m Brust B-Finale kämpfen.
Cheftrainer Michel Tavcar meinte, wenn es optimal läuft, dann fahren die Schaffhauser mit vier Medaillen und acht A-Finalteilnahmen aus dem Wallis nach Hause. Dies schliesst er aus den Bestzeiten und Trainingsleistungen der vergangenen Wochen. Sorgen wegen der Corona-Pandemie macht er sich keine, da das Schutzkonzept sehr streng ist. So wurde z.B. die Teilnehmerzahl pro Rennen auf 40 Athleten beschränkt und des Weiteren dürfen die Teams ihr Mannschaftshotel nur zum Schwimmen verlassen. Diese Einschränkungen stören allerdings niemanden, da alle froh sind endlich wieder Ernstkämpfe auf hohem Niveau austragen zu können.